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Parallel zu dem
Bau der Objekte beschäftige ich mich mit kompoitorischen
Ideen einer "Klangorganisation" für
das Orchester. Manche der Ideen haben ihre Anregung
aus den Beobachtungen alltäglicher Lebens-Vorgänge.
Einige von ihnen habe ich als Skizzen festgehalten.

Es sind "Klang-Topographien",
die dreidimensionale Bilder für eine zeitliche
Ordnung von zyklischen Ereignissen festhalten. Die
Bilder können zu Spielanweisungen für die
Entwicklungen im Geräusch-Gestalten-Orchester
transformiert werden. Eine sehr einfache Idee ist
beispielweise das Blinken mehrerer Autos, die abbiegen
wollen. Die Blinkfrequenzen sind ähnlich aber
nicht gleich. Es entsteht eine Pulsation unabhängiger
Teile, die nur für kurze Moment synchron laufen.
Solch eine Pulsation können die Geräuschtöner
eines Objektes realisieren, aber auch einige Objekte
können untereinander Pattern spielen, die eine
ähnliche Pulsation untereinander vorführen.
Dieses Beispiel zeigt auch eine weitere kompositorische
Idee, die der Selbststähnlichkeit. Kleinste Klangfolgen
sind nach demselben Muster. Andere Anweisungen betreffen
das Auswahlvefahren, um ein "Pattern" zusammenzustellen.
Solche "Arbeitshypothesen" sind keine sklavischen
Vorschriften, sondern mehr als Gebrauchanweisungen
zu verstehen, die erst noch in eine MIDI-Partitur
umgesetzt werden müssen (das MIDI System ist
ein digitales Datenformat, das für den austausch
von Informationen zwischen elektronischen Instrumenten
sorgt). Nach dieser Umsetzung kann für ein einzelnes
Instrument ausprobiert werden, ob die "Spielanweisung"
ein hörbares Ergebnis hervorgebracht hat.
Die eigentliche Umsetzung
in eine MIDI-Partitur kann auf verschiedende Weise
geschehen. Eine Möglichkeit ist das Spielen der
Instrumente auf ein em Keyboard. Gleichzeitig zum
Tastendruck erklingt das entsprechende Objekt.
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Die
gespielte Tastenfolge lässt sich mit dem Sequenzer
aufzeichnen und danach wieder abspielen. Durch Wechseln
des Kanals auf ein anderes Objekt eingespielt werden.
Schritt für Schritt ergibt sich daraus ein kleines
Stück, das in jeder Stufe auf seine Tragfähigkeit
abgehört werden kann. Alle Instrumente-Objekte
zusammen-gestellt ergeben beinah 1000 Geräuschtöner.

Anderseits ist es auch möglich,
direkt mit dem Sequenzer zu arbeiten. das kann dann
sinnvoll sein, wenn die Eingabe über die Tastatur
zu umständlich wäre. Besonders bei Strukturen,
die den mathematischen oder bestimmten graphischen
Mustern entsprechen, kann es sinnvoller sein, die
Noten-Events direkt in die Partitur einzugeben. Für
die Darstellung der Komposition ist ein klassische
Notation weinig sinnvoll, weil sich die Noten dort
nicht auf Tonhöhen beziehen. Jedes Noten-Evant
ist immer einem bestimmten Klang oder Geräusch
zugeordnet. Die Geräusche sind bei den Objekten
eher nach der "Gerausch-Farbe" oder Funktion
sortiert, keineswegs jedoch nach Tonhöhen. Es
bietet sich daher die "Piano-Roll" darstellung
an, bei der die einzelnen Noten als Striche oder Punkte
im Zeitverlauf angezeigt werden.

Die unbelastete Herangehensweise
an die zum Teil bekannten Kompositions-techniken kann
einen anderen Blick auf bekanntes werfen. Letztlich
müssen diese "Anweisungen" zu solchen
hörbaren Ergebnissen führen, die mich überzeugen.
Das Einzige, was zählt, ist die interessante
klangliche Erschienung und nicht die akustische Lösung
einer Rechenaufgabe. |
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